Radtouren 2018 - #09 bis #12

Der Sommer 2018 mit ungewöhnlich viel Sonne und wochenlanger Trockenheit war ideal für alle Radfahrerinnen und Radfahrer. Leider galt das nicht für jede unserer vier Radtouren.
Zu Beginn des Jahrhundert-Sommers (was wir damals natürlich noch nicht ahnen konnten) stand am 5. Mai die Radtour durch die Haseldorfer Marsch auf dem Programm. Diese war 2017 ins Wasser des Dauerregens gefallen. Nun begleiteten uns als Ausgleich die Sonne und angenehme Temperaturen den ganzen Tag über. Wir starteten am S-Bahnhof Wedel, mussten noch ein Stückchen durch die Stadt fahren, bevor wir die Holmer Sandberge und einen kleinen See erreichten, der uns als Pausenkulisse diente. In Haseldorf drehten wir eine Runde im Schlosspark, bevor wir zur Kirche St. Gabriel kamen, die wir sogar besichtigen konnten. Bei leichtem Rückenwind konnten wir den Rückweg am Deich entlang fahren, allerdings war auf kreuzende Schafe zu achten und die Gatter waren sorgfältig zu schließen. Das Essen schmeckte uns auf der (fast schon zu) sonnigen Terrasse des Gasthauses Fährmannsand.
Am 9. Juni, dem Termin unserer zweiten Tour, trafen wir uns in Großhansdorf, um gemeinsam nach Bad Oldesloe zu radeln. Natürlich bei bestem Wetter, was nach vier Wochen Trockenheit schon selbstverständlich war. Unterwegs konnten wir sogar auf der Terrasse des Schlosses Tremsbüttel einen Kaffee mit oder ohne Kuchen zu uns nehmen. Das war eine angenehme Überraschung, denn bei einer Vorbereitungsfahrt hatte man gesagt, sonnabends sei das Café geschlossen. Wir kehrten also ein, wo es eigentlich nicht möglich sein sollte und standen vor verschlossenen Türen, weil die Rolfshagener Kupfermühle geschlossen war. Das hielt uns aber nicht davon ab, das gaststätteneigene Gartenmobiliar zu nutzen und am Mühlenteich zu picknicken. Dies wurde zwar von Innen argwöhnisch beobachtet, aber man ließ uns gewähren.Nach einem Rundkurs im Kurpark und einer Abkühlung in der für mich überraschend beschaulichen Stadt Oldesloe fuhren wir mit dem Regionalzug gen Hauptbahnhof.
Gut zwei Monate später, am 11. August, war die dritte Tour geplant, die von Harburg nach Finkenwerden führen sollte. Leider stellte sich heraus, dass die S-Bahn zu dieser Zeit in Wilhelmsburg endete und statt dessen ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet war. Man hätte zwar den Metronom nutzen können, gleichwohl wollte ich unseren TeilnehmerInnen diese eher verwirrende und umständliche Anfahrtssituation nicht zumuten, und somit habe ich die 4. Tour, die in Hamburg startete, vorgezogen. Das hat auch sehr gut geklappt, weil alle die kurzfristige Benachrichtigung erhalten haben und mit der Änderung einverstanden waren. Nur das Wetter war offenbar an diesem Tag nicht damit einverstanden, dass die Nieren Selbsthilfe mit neun Personen auf dem Rad unterwegs sein wollte. Obwohl die Wetterprognose am Morgen einen regenfreien Tag verkündete, fing es schon kurz nach unserem Start am U-Bahnhof Kellinghusenstraße an zu regnen, so dass wir unter einer Brücke Schutz suchen mussten. Leider waren die Prognosen nun nicht mehr so regenfrei. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass wir uns just unter einem schmalen, aber sehr langen Regenband befanden, das uns immer wieder „befeuchtete“. Unser Proviant mussten wir, von Bäumen nur mäßig geschützt, im Regen verzehren. Und unsere Einkehr im Gasthaus Wulfsmühle erreichten wir in der Anzahl schon etwas dezimiert und wenig „amused“. Nach der Stärkung wollten wir mit neuer Energie nach Pinneberg sausen, leider machte der Regen auch dabei nicht mit. So traten einige den Rückweg an und die drei Verbliebenen fuhren, so schnell es ging, zum S-Bahnhof Pinneberg.
Einen Tag vor unserer Abschlusstour am 22. September, die uns nun tatsächlich von Harburg nach Finkenwerden bringen sollte, kündigte der Wetterbericht für den nächsten Tag Sturm mit Böen von bis zu 70 km/h an. Das bedeutete einerseits kräftigen Gegen– oder Seitenwind, auf dem Deich durchaus nicht ohne Gefahr, vom Weg abzukommen oder von abbrechenden Ästen getroffen zu werden. Nach langem inneren Ringen habe ich die Veranstaltung am Morgen abgesagt. Ich bin dann trotzdem nach Harburg gefahren, um evtl. Neulinge oder TeilnehmerInnen, die meine Absage nicht gelesen haben, zu empfangen. Und tatsächlich trafen drei Personen in Harburg ein. Nach kurzer Diskussion haben wir uns entschlossen loszufahren. Am Ende war es doch nicht so stürmisch wie angekündigt, aber kaum in Finkenwerder angekommen, begann es, heftig zu regnen. Wir saßen zum Glück schon warm und trocken.
Meine Schlussfolgerung: Traue keinem Wetterbericht und folge dem Motto einer erfahrenen Radlerin: Erstmal losfahren.