Juli 2018

Organspendezahlen steigen wieder

Vor kurzem konnte man in verschiedenen Publikationen von einer erfreulichen Entwicklung lesen: Im ersten Halbjahr 2018 haben sich die Organspenden gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres verbessert. Nach Mitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) waren im ersten Halbjahr 2018 bundesweit 484 OrganspenderInnen zu verzeichnen gegenüber 412 im entsprechenden Zeitraum 2017. Das ist eine Steigerung von 17,5%. In der Region Nord, die neben Hamburg die Bundesländer Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein umfasst, ist die Zahl von 58 auf 78 gestiegen (plus 35%). In Hamburger Krankenhäusern wurden 30 OrganspenderInnen registriet gegenüber nur 13 im ersten Halbjahr 2017 (plus 130%).
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden bundesweit 811 Nieren transplantiert gegenüber 686 im vergangenen Jahr, eine Steigerung um rd. 18%. Für Hamburg liegen uns keine Zahlen vor. Wegen der historisch schlechtesten Zahlen im vergangenen Jahr sind hohe Steigerungsraten allerdings leicht zu erreichen.
 

März 2018

Die AOK stellt ihren Krankenhaus-Report vor

Am 19. März 2018 hat die AOK ihren Krankenhaus-Report 2018 vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Fragen der Krankenhausplanung. Die AOK pladiert grundsätzlich für eine stärkere Zentralisierung der Krankenhäuser in Deutschland, weil ihrer Ansicht nach dadurch die Behandlungsqualität gesteigert werden kann. Einzelheiten können Sie unter http://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2018/index_20177.html nachlesen.

 

Februar 2018

Niederlande ist das 18. europäische Land, das die Widerspruchslösung einführt

Nach dem neuen Gesetz erhalten alle Bürgerinnen und Bürger einen Brief, in dem sie gefragt werden, ob sie nach dem Tod ihre Organe spenden wollen. Antworten sie nicht, werden sie automatisch als Spender registriert. Bislang mussten sie sich - wie in Deutschland - aktiv registrieren lassen, wenn sie nach ihrem Tod Organe für Transplantationen spenden wollten.
Das umstrittene Gesetz wurde am 13. Februar 2018 von der ersten Kammer des Parlaments mit knapper Mehrheit angenommen: 38 Abgeordnete stimmten dafür, 36 dagegen. Die Zweite Kammer hatte bereits im Herbst 2016 mit nur einer Stimme Mehrheit zugestimmt. Wann die Gesetzesänderung in Kraft tritt, entscheidet die Regierung in Den Haag.
Die Niederlande wollen so dem Mangel an Spenderorganen entgegenwirken. Bislang kamen dort nur 15 Spenderinnen und Spender auf eine Million Einwohner, Spanien ist weltweit das Land mit der höchsten Rate – dort kamen etwa 40 Spender auf eine Million Einwohner.
Mit 9,3 Spendern pro eine Million Einwohner rutschte die Bundesrepublik in Europa endgültig auf die untersten Tabellenränge; nur Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien haben noch weniger Spender. Die Zahl ist so niedrig, dass nun theoretisch sogar die Mitgliedschaft im Eurotransplant-Verbund zur Disposition steht. Denn dort geht man erst ab zehn Spendern pro Million Einwohner von einem "ernst zu nehmenden Organspendesystem" in einem Land aus.
Eine Widerspruchslösung wurde auch in Deutschland immer wieder diskutiert. Leider stehen unsere Abgeordneten im Bundestag dieser Möglichkeit mehrheitlich ablehnend gegenüber und, das darf nicht verschwiegen werden, auch unser Bundesverband setzt sich hierfür nicht ein, sondern möchte eine Erhöhung der Organspendezahlen mit einer besseren Organisation erreichen.
 

Januar 2018

Organspendezahlen auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren

Hierzu hat der Vorsitzende unseres Bundesverbandes, Peter Gilmer, kürzlich folgendes Rundschreiben verschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstandes, liebe Mitgliedsvereine,
die seit Inkraftsetzung des Transplantationsgesetzes vor 20 Jahren niedrigsten aktuellen Organtransplantationszahlen sind Anlass genug, um allen Beteiligten deutlich ins Gewissen zu reden. Die Gewinnung von Organen muss besser organisiert werden und dafür gilt es, unsere INITIATIVE Nierentransplantation so rasch wie möglich umzusetzen. Wir haben gemeinsam mit den anderen Gesellschaften im nephrologischen Bereich das Wichtigste in 5 Punkten zusammengefasst und daraus die zentralen Forderungen an unser Gesundheitssystem formuliert. Diese Ziele haben wir schon vor mehr als drei Jahren auf den Weg gebracht, weil wir unter den verschiedenen Gruppierungen von Transplantationsbetroffenen mit weitem Abstand die größte Gruppe in Deutschland sind (ca. 25.000 Nierentransplantierte und ca. 7.000 Nieren-Wartepatienten) und damit genau wissen „wo uns der Schuh drückt“. Es kommen viel zu wenig Nieren zur Transplantation und das muss besser organisiert werden. An der Bevölkerung liegt es nicht, denn mehr als die Hälfte stehen der Organspende positiv gegenüber – was bedeutet, dass die potentiell möglichen Organspenden, unter Berücksichtigung aller denkbaren Einschränkungen, nicht einmal annähernd erreicht werden.
Darum geht es und darum werden wir uns noch mehr kümmern.

Eine Pressemitteilung des Bundesverbandes der Organtransplantierten e.V. zu dieser Situation können Sie hier lesen.

 

November 2017

Operationen für den Profit?

Der Fernsehsender N 3 ist im Rahmen seiner Sendung „Markt“ am 6. November 2017 der Frage nachgegangen, ob Krankenhäuser zunehmend profitorientiert handeln und aus rein wirtschaftlichen Gründen operieren. Den Filmbeitrag sowie den dazu veröffentlichten Text können Sie sich ansehen, wenn Sie hier klicken.
Zwei ehemalige Professoren haben in einer selbst finanzierten Studie untersucht, warum die Patientenzahlen in Krankenhäusern ständig steigen, während sich die Aufenthaltsdauer der Patienten immer weiter verkürzt. Dafür interviewten sie 60 Ärzte und Geschäftsführer in zwölf Bundesländern.
Die Studie bestätigt, dass im Klinikalltag ein enormer ökonomischer Druck herrscht. Deshalb würden etwa Patienten im Krankenhaus aufgenommen, ohne dass es medizinisch notwendig sei. Außerdem würden Patienten nicht selten aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert.
 

Oktober 2017

1 Jahr Medikationsplan: Noch viele Unzulänglichkeiten

Gesetzlich versicherte Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel parallel anwenden, haben seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform durch ihren Arzt (wir berichteten, s. Beitrag unten). Die hkk Krankenkasse hat dazu eine Studie erstellt, an der 324 Personen aus dem Kreis ihrer Versicherten mit Anspruch auf einen Medikationsplan teilgenommen haben. Dabei hat sich u. a. Folgendes ergeben:

  • Nur 37,7 % haben einen Medikationsplan erhalten.
  • 25 %, die einen Medikationsplan erhalten haben, wurden gar nicht oder nur unzureichend über den Sinn des Plans aufgeklärt.
  • Fast 21 % waren weder über den Nutzen noch über die Einnahmemodalitäten der verordneten Medikamente informiert wurden.
  • 43 % wurden nicht darauf hingewiesen, den Plan auch zum Besuch anderer Ärzte mitzunehmen und ggf. ergänzen zu lassen.
  • 51,6 % wurden nicht gefragt, ob sie sich zusätzlich rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke gekauft hätten.
  • 32,5 %, die bei anderen Ärzten als dem Ersteller des Medikationsplans in Behandlung sind, wurden nicht nach dem Medikationsplan gefragt. Sofern der Medikationsplan bei diesen Arztkontakten überhaupt eine Rolle spielte, wurde dieser bei 14,3 % der befragten Patienten nicht ergänzt.

 


Oktober 2017

Entlassmanagement - weitere Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt

Die Krankenhäuser sind ab 1. Oktober 2017 verpflichtet, für Patienten nach voll- oder teilstationärem Aufenthalt oder nach Erhalt stationsäquivalenter Leistungen ein Entlassmanagement zu organisieren. Dazu gehört, dass sie feststellen, welche ambulanten Leistungen unmittelbar nach der Klinikentlassung erforderlich sind und diese einleiten. Etwas ausführlichere Informationen erhalten Sie auf der →Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Dort ist auch der Vertragstext als Grundlage des Entlassmanagements nachzulesen.

 


Oktober 2017

Neues zum Transplatationsregister

Über die Einrichtung eines Transplantationsregisters haben wir Sie bereits im Juli 2016 informiert (s. Beitrag ganz unten). In dem Register werden wichtige Daten der Organspender, Lebendspender, Wartepatienten und Organtransplantierten anonym gespeichert. Um Ihre medizinischen Daten für das Register weiterleiten zu dürfen, benötigen die Transplantationszentren Ihre ausdrückliche schriftliche Einverständniserklärung. Dazu erhalten Sie durch Ihr Transplantationszentrum eine "Patienteninformation zu Übermittlung transplantationsmedizinischer Daten" und die dazugehörige Einverständniserklärung. Eine kurze Information der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientenverbände können Sie →hier lesen.

 


Oktober 2017

Schiffsdialyse

Seit Jahrzehnten kennen wir Herrn Dr. Rittich als Veranstalter von Schiffsdialysen. Nun hat er uns mitgeteilt, dass er sich nach 35 Jahren langsam zurückziehen wird. Entsprechend wird sich die Fa. DiaCare AG, ein amerikanischer Anbieter von Dialyseversorgung auch in Deutschland, zunehmend an der Gestaltung und dem Betrieb der Schiffsdialyse beteiligen.

 


August 2017

DSO hat ihren Jahresbericht 2016 veröffentlicht

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat jetzt ihren umfangreichen Jahresbericht für 2016 vorgelegt. Er enthält auf 114 Seiten vielfältige Informationen zur DSO selbst, ihrer Organisation und ihren Aufgaben, sowie zur Organspende und natürlich eine Menge Zahlenmaterial zur Transplantationstätigkeit insgesamt, aber auch zu einzelnen Zentren und Organen. Wer dieses umfassende Papier lesen möchte, erhält es →hier.
Wer sich ausschließlich für Daten zur Nierentransplantation in Hamburg und Lübeck interessiert, wird auf unserer Internetseite unter →Informationen/weitere Informationen/Transplantation fündig.

 


Juli 2017

Dialysezentren und -praxen in Hamburg und Umgebung

In der Juli-Ausgabe unseres Mitgliedermagazin "Info" ist eine große Übersichtstabelle über die Dialysepraxen und -zentren in Hamburg und der näheren Umgebung mit Stand vom Mai 2017 enthalten. Auf unserer Internetseite finden Sie diese Übersicht unter →Informationen/weitere Informationen/Dialyse.

 


 Juli 2017

BARMER stellt ihren Krankenhausreport 2017 vor

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die Krankenkasse kürzlich einen umfangreichen Bericht vorgelegt. Einige wenige Daten finden Sie nachfolgend, die vollständige Pressemeldung →hier. Der komplette Report ist auf der Internetseite der BARMER nachzulesen.
  • Kosten: Im Jahr 2016 lagen die durchschnittlichen Ausgaben je weiblicher Versicherter für den vollstationären Aufenthalt im Schnitt bei 771 Euro bei körperlichen und 99 Euro bei psychischen Erkrankungen. Je männlichen Versicherten fielen 789 und 88 Euro an. Der Krankenhausaufenthalt einer Patientin kostete im Schnitt 3.664 Euro bei körperlichen und 7.110 Euro bei psychischen Erkrankungen. Bei einem Patienten betrugen die Kosten im Schnitt 4.145 Euro bzw. 5.650 Euro (Report S.12).
  • Verweildauer: Die Patientinnen und Patienten bleiben immer kürzer im Krankenhaus. So sank die Verweildauer von 8,51 Behandlungstagen im Jahr 2006 auf 7,49 Tage im Jahr 2015. Dieser volle Tag weniger entspricht einem Rückgang um zwölf Prozent. Allerdings liegen psychisch erkrankte Menschen immer länger in der Klinik. Die Aufenthaltsdauer dieser Gruppe stieg in den Jahren 2006 bis 2016 im Schnitt von 22,15 auf 23,59 Tage. Das ist ein Zuwachs von 6,5 Prozent (Report S.34).
  • Regionale Unterschiede: Während in Baden-Württemberg im Jahr 2016 nur 177 und in Hamburg 188 von 1.000 Personen einen Krankenhausaufenthalt hatten, waren es in Sachsen-Anhalt 245 und in Thüringen sogar 247. Große Unterschiede gab es auch bei den Kosten je Versicherten. Sie schwankten zwischen 647 Euro für körperliche und 93 Euro für psychische Erkrankungen in Baden-Württemberg und 917 Euro und 88 Euro in Thüringen (Report S.39 und 41).
  • Diagnosen: Mit 41,3 Fällen je 10.000 Versicherten führte die Diagnose Herzinsuffizienz die Liste der häufigsten Hauptdiagnosen im Jahr 2016 an. Sie machte knapp 1,9 Prozent aller Krankenhausaufenthalte aus. An zweiter Stelle folgte mit 38,3 Fällen je 10.000 Versicherten die Diagnose Vorhofflattern und Vorhofflimmern. Danach kam auf Position drei die Diagnose Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol mit 36,5 Behandlungsfällen je 10.000 Versicherten und auf Position vier die Diagnose Angina Pectoris mit 28,3 Behandlungsfällen (Report S. 49).

 


 

Nächste Veranstaltungen

6Sep
06.09.2018 18:30 - 21:00
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22.09.2018 11:30 - 17:00
Radtour 12 - Zwischen Natur und Technik
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