Juli 2019

Bundesregierung (Kabinett) beschließt Gesetzes-Entwurf zur digitalen Versorgung (DVG)

Am 10. Juli 2019 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines „Gesetzes für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG) beschlossen. Es soll Apps auf Rezept und die einfache Nutzung von Online-Sprechstunden ermöglichen und den Zugriff auf das sichere Datennetz im Gesundheitswesen regeln. Den entsprechenden Gesetzes-Entwurf können Sie hier studieren. Wenn Sie sich auf die Pressenotiz des Bundesgesundheitsministeriums hierzu beschränken wollen, klicken Sie folgenden Link an: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/digitale-versorgung-gesetz.html


Juni 2019

Bundestagsdebatte über die Zukunft der Organspende

Nach der Orientierungsdebatte am 28. November 2018 über die Widerspruchslösung hat der Deutsche Bundestag
am 26. Juni 2016 in erster Lesung die von drei Seiten eingebrachten Gesetzes-Entwürfe zur zukünftigen Ausgestaltung der Organspende beraten. Eingebracht hatten diese Gesetzes-Entwürfe eine interfraktionelle Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Spahn und den SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach lesen und eine ebenso interfraktionelle Gruppe um die Co-Vorsitzende der Grünen und der Linkspartei lesen. Die AfD wollte da nicht zurückstehen und hat inzwischen einen eigenen Gesetz-Entwurf entwickelt lesen.
Unter folgendem Link: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw26-de-organspende-646302 ist ein Artikel des Bundestages zu lesen, der den wesentlichen Inhalt der Redebeiträge wiedergibt. Auf dieser Seite können Sie auch die Video-Aufnahme der Redebeiträge aufrufen.
Wer es ausführlicher möchte, kann das stenografische Protokoll hier nachlesen, das alle Debattenbeiträge wortwörtlich wiedergibt.
Die vorgelegten Entwürfe wurden zur weiteren Beratung in den Gesundheitsausschuss und den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz überwiesen.

Mai 2019

Nieren Selbsthilfe wählt neuen Vorstand

Auf ihrer 49. Mitgliederversammlung am 7. Mai 2019 hat die Nieren Selbsthilfe einen neuen Vorstand bekommen. Die Mitglieder hatten sich in den neuen Räumen des Kulturhauses Eppendorf - mit der neuen Bezeichnung "Kunstklinik" - im ehemaligen Bethanien-Krankenhaus in der Martinistraße 44a versammelt, wo zukünftig auch unsere Vorstandssitzungen und die Gespräche am Nierentisch stattfinden, beides am 4. Dienstag des Monats. Folgende Personen bilden jetzt den Vorstand:

  • Vorsitzende: Kerstin Kühn (wiedergewählt)
  • Stellv. Vorsitzender: Peter Stoetzer (wiedergewählt)
  • Kassenwart: Carsten Schroers (neu im Vorstand)
  • Schriftführer: Stefan Drass (bisher Kassenwart)
  • Besondere Aufgaben: Joan Meins (wiedergewählt)

Mai 2019

Bundestagsabgeordnete stellen Alternative zur Widerspruchslösung vor

Am 6. Mai 2019 haben die Abgeordneten um die Co-Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, ihre Lösung zur Ausgestaltung der Organspende vorgestellt. Demnach:
  • Soll ein bundesweites Online-Register beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information eingerichtet werden, in dem die Bürgerinnen und Bürger eigenständig eine Erklärung zur Organ-und Gewebespende abgeben können.
  • Soll die Abgabe einer Erklärung zur Organ-und Gewebespende auch direkt vor Ort bei den für die Ausstellung und die Ausgabe von Ausweisen zuständigen Stellen möglich sein.
  • Sollen die Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten bei Bedarf aktiv alle zwei Jahre über die Organ-und Gewebespende beraten und sie zur Eintragung in das Online-Register ermutigen. Die Beratung hat ergebnisoffen zu erfolgen. Die Ärztinnen und Ärzte haben ihre Patientinnen und Patienten darauf hinzuweisen, dass keine Verpflichtung besteht, sich über ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende zu erklären.
  • Sollen die Aufklärungsunterlagen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entsprechend erweitert werden.

 Den von der Abgeordnetengruppe vorgelegten Gesetz-Entwurf können Sie hier nachlesen.


April 2019

Initiativen im Bundestag für die Widerspruchslösung - und dagegen

Am 1. April 2019 haben die Abgeordneten Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister (CDU), Prof. Karl Lauterbach (SPD), Dr. Georg Nüßlein (CSU) und Dr. Petra Sitte (LINKE) ihren parteiübergreifenden Vorschlag zur doppelten Widerspruchslösung vorgestellt. Er sieht vor, dass in Zukunft jede und jeder als Organ- und Gewebespender gilt, es sei denn, er oder sie hat zu Lebzeiten einen Widerspruch oder einen entsprechend anders lautenden Willen erklärt. Dazu ist auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit folgenes zu lesen:
"Wichtig für eine gute Entscheidung seien umfassende Information über die Organspende und die neuen Reglungen, betonte Spahn. Im Gesetzentwurf werde deshalb auch besonderer Wert auf das Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger gelegt: Neben einer umfassenden Informationskampagne soll jeder Bürger drei Mal ab Inkrafttreten des Gesetzes über die neue Rechtslage informiert werden. Künftig sollen in einem Organ- und Gewebespenden-Register die Erklärungen gegen eine Organspende gespeichert werden. Das schafft größere Rechtssicherheit für Ärzte, die Organe entnehmen wollen.
Da die Diskussion über die Widerspruchslösung eine grundlegende Abwägungsfrage sei, lege das Bundesgesundheitsministerium keinen eigenen Gesetzesentwurf vor, so Spahn. Stattdessen gebe es Gruppenanträge von Abgeordneten verschiedener Fraktionen, über die dann im Bundestag nach einer ausführlichen Debatte fraktionsübergreifend abgestimmt werde."
Eine ebenfalls fraktionsübergreifende Gruppe um die Co-Vorsitzende der Grünen Annalena Baerbock schlägt dagegen verbindliche regelmäßige Befragungen der Bürger etwa beim Ausweisabholen in Ämtern vor.
Diese Konstellation zeigte sich bereits bei der sog. Orientierungsdebatte im Bundestag Ende November 2018 zu diesem Thema (s. hierzu unsere Auswertung in der Info Nr. 180).

März 2019

Widerspruchslösung nun auch in England

Englische Parlamentarier haben laut Medienberichten am 26. Februar 2019 ein Gesetz zur Neuregelung von Organspenden verabschiedet. Demnach soll künftig von der Zustimmung des möglichen Spenders ausgegangen werden, wenn nicht explizit dessen Widerspruch vorliegt. Bislang gilt in England die Zustimmungsregelung, laut der das explizite Einverständnis des Organspenders nötig ist.
England folgt damit dem Beispiel von Wales, wo die Widerspruchsregelung im Jahr 2015 eingeführt wurde. Seitdem sind dort die Zustimmungsraten für Organspenden auf 75 Prozent gestiegen. Auch das schottische Parlament wird eine Überarbeitung der Regelung in dieser Woche diskutieren.
Regierungsminister argumentieren, dass die Änderung der Gesetzgebung, die mit Jahresbeginn 2020 in Kraft treten soll, allein in England bis zu 700 Leben pro Jahr retten könnte. In Großbritannien stehen derzeit rund 6.000 Menschen auf der Transplantationsliste. Im vergangenen Jahr starben mehr als 400 Patienten, während sie auf ein geeignetes Organ warteten.

März 2019

Terminservice- und Versorgungsgesetz

Gesetzlich Versicherte sollen schneller Arzttermine bekommen. Das ist Ziel des "Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung“ (Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG), das am 14. März 2019 vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde. Die Pressemeldung des Bundesgesundheitsministeriums, die anlässlich des Kabinettsbeschlusses im September 2018 herausgegeben wurde, finden Sie hier.

Februar 2019

Bundestag beschließt Verbesserungen bei der Organspende

Der Bundestag hat am 14. Februar 2019 das Zweite Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes - Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende beschlossen. Das nicht zustimmungspflichtige Gesetz kann nach dem zweiten Durchgang im Bundesrat Anfang April 2019 in Kraft treten. Es umfasst folgende Eckpunkte:

  • Transplantationsbeauftragte bekommen mehr Zeit für ihre Aufgaben
  • Die Rolle der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken wird deutlich gestärkt
  • Die Entnahmekrankenhäuser bekommen mehr Geld
  • Kleinere Entnahmekliniken werden durch qualifizierte Ärzte unterstützt
  • Potenzielle Organspender besser erkennen und melden
  • Abläufe und Zuständigkeiten müssen klar und nachvollziehbar dokumentiert werden
  • Angehörige sollen besser betreut werden

Weitere Einzelheiten und den Gesetzentwurf im Wortlaut können Sie hier nachlesen.


Februar 2019

Fälschungssichere Arzneimittel

Ab dem 9. Februar dürfen nach der EU-Fälschungsschutzrichtlinie (2011/62/EC) verschreibungspflichtige Medikamente nur noch mit fälschungssicheren Merkmalen und einem Manipulationsschutz auf der Verpackung ausgegeben werden.
Zum einen müssen die Medikamentenverpackungen eine Vorrichtung gegen Manipulationen aufweisen, d. h. eine Art Erstöffnungsschutz. Dieser kann z.B. aus Klebepunkten, Klebesiegeln oder perforierten Öffnungslaschen bestehen. Zum anderen muss auf jeder Verpackung ein individuelles Erkennungsmerkmal vorhanden sein, das sich aus vier Elementen zusammensetzt:
  • dem Produktcode,
  • einer Seriennummer,
  • der Chargenbezeichnung und
  • dem Verfallsdatum.

Der Produktcode enthält die Pharmazentralnummer des Arzneimittels, wodurch Darreichungsform, Wirkstärke, Packungsgröße und Verpackungsart identifiziert werden können. Die Seriennummer besteht aus einer zufällig ausgewählten 20-stelligen Folge von Zahlen und Buchstaben. Alle vier Elemente bilden zusammen den „Data Matrix Code“, einem dem QR-Code ähnlichen Quadrat auf der Verpackung.


Februar 2019

Mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung

Der Bund soll künftig bei Arzneimittelrückrufen und den Kontrollen der Hersteller in Drittstaaten mehr Befugnisse bekommen. Auch die Arzneimitteltherapie soll im Sinne der Patientensicherheit verbessert werden. Dazu wird unter anderem der Rahmen für die Herstellung und Abgabe von Krebsarzneimitteln durch Apotheken deutlich verschärft und die Herstellung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln durch Heilpraktiker nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.
Außerdem wird geregelt, dass für die Versicherten künftig die Zuzahlung entfällt, wenn ein Arzneimittel wegen Qualitätsmängeln zurückgerufen wird. Krankenkassen können in diesen Fällen einen Regressanspruch gegenüber dem Pharmaunternehmen geltend machen. Für die Patienten soll künftig der Zugang zu biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, deren Patent abgelaufen ist (sog. Biosimilars) verbessert werden. Außerdem enthält der Gesetzentwurf einen Fahrplan zur Einführung des elektronischen Rezepts.
Der Gesetzentwurf muss noch vom Bundestag und vom Bundesrat beschlossen werden. Es soll Mitte 2019 in Kraft treten.

Dezember 2018

Neues Bewegungsangebot für 2019 - Spaziergänge

Wir laden Sie herzlich ein, an unseren neuen Spaziergängen im Hamburger Stadtgebiet teilzunehmen. Über den ersten berichten wir unter Informationen/Veranstaltungsnachlese. Den zweiten sehen Sie rechts auf der Terminleiste, den dritten unter "Alle Termine". Die Streckenlänge beträgt jeweils
rd. 5 km. Einzelheifen finden Sie unter Informationen/weitere Informationen/Bewegung/Sport.

November 2018

Bundestagsdebatte über die Widerspruchslösung

Am 28. November 2018 hat der Deutsche Bundestag die von Gesundheitsminister Spahn angestoßene Debatte über die Widerspruchslösung geführt. Beschlüsse wurden nicht gefasst.
An der Debatte haben sich 38 Abgeordnete beteiligt. In der Mediathek des Parlamentsfernsehens des Bundestages können Sie die Debattenbeiträge als Video ansehen, wenn Sie folgenden Link aufrufen https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7295094#url=bWVkaWF0aGVrb3ZlcmxheT92aWRlb2lkPTcyOTUwOTQ=&mod=mediathek. Zunächst erscheinen dort 4 Abgeordnete. Wenn Sie darunter "alle Reden anzeigen" anklicken, erscheinen die Videos der übrigen Rednerinnen und Redner.
Außerdem gibt es ein vom Bundestag zusammengestelltes Textdokument, in dem die wesentlichen Aspekte einiger Redebeiträge wiedergegeben sind. Hierhin führt Sie folgender Link: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw48-de-organspende/580078
Wer es ausführlicher möchte, kann das stenografische Protokoll hier aufrufen, das alle Debattenbeiträge wortwörtlich wiedergibt.

November 2018

Der marktgerechte Patient

Am 19. November 2018 wurde im Rahmen der Sendung "Kulturjournal" im 3. Programm des NDR der Film "Der marktgerechte Patient" von den Hamburger Filmemachern Leslie Franke und Herdolor Lorenz vorgestellt. Dazu hat der NDR auf seiner Internetseite folgenden Text veröffentlicht:
"Es ist nicht überall schrecklich. Aber es betrifft alle Krankenhäuser in Deutschland. Mit der Einführung des Fallpauschalensystems 2003 wurden die Krankenhäuser kommerzialisiert. Die "Vergütung der Krankenhäuser durch Fallpauschalen" hat den Menschen zu einer Ware gemacht. Es geht nicht mehr darum, was der Patient braucht, sondern was er bringt. Ein Notfall in der Notaufnahme bringt dreißig, in Zahlen 30 Euro, von der Krankenversicherung. Kein Krankenhaus kann dafür kostendeckend ein Röntgenbild oder ein Blutbild erstellen. Also werden Notfälle abgewiesen. In anderen Häusern hält man sich einfach nicht an das System, weil man es als unmenschlich empfindet. Der Film "Der marktgerechte Patient" .... erzählt von den fatalen Folgen dieses Systems. Pfleger, Ärzte, Patienten und Klinikchefs kommen zu Wort."

Juli 2018

Organspendezahlen steigen wieder

Vor kurzem konnte man in verschiedenen Publikationen von einer erfreulichen Entwicklung lesen: Im ersten Halbjahr 2018 haben sich die Organspenden gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres verbessert. Nach Mitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) waren im ersten Halbjahr 2018 bundesweit 484 OrganspenderInnen zu verzeichnen gegenüber 412 im entsprechenden Zeitraum 2017. Das ist eine Steigerung von 17,5%. In der Region Nord, die neben Hamburg die Bundesländer Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein umfasst, ist die Zahl von 58 auf 78 gestiegen (plus 35%). In Hamburger Krankenhäusern wurden 30 OrganspenderInnen registriet gegenüber nur 13 im ersten Halbjahr 2017 (plus 130%).
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden bundesweit 811 Nieren transplantiert gegenüber 686 im vergangenen Jahr, eine Steigerung um rd. 18%. Für Hamburg liegen uns keine Zahlen vor. Wegen der historisch schlechtesten Zahlen im vergangenen Jahr sind hohe Steigerungsraten allerdings leicht zu erreichen.

März 2018

Die AOK stellt ihren Krankenhaus-Report vor

Am 19. März 2018 hat die AOK ihren Krankenhaus-Report 2018 vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Fragen der Krankenhausplanung. Die AOK pladiert grundsätzlich für eine stärkere Zentralisierung der Krankenhäuser in Deutschland, weil ihrer Ansicht nach dadurch die Behandlungsqualität gesteigert werden kann. Einzelheiten können Sie unter http://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2018/index_20177.html nachlesen.


Februar 2018

Niederlande ist das 18. europäische Land, das die Widerspruchslösung einführt

Nach dem neuen Gesetz erhalten alle Bürgerinnen und Bürger einen Brief, in dem sie gefragt werden, ob sie nach dem Tod ihre Organe spenden wollen. Antworten sie nicht, werden sie automatisch als Spender registriert. Bislang mussten sie sich - wie in Deutschland - aktiv registrieren lassen, wenn sie nach ihrem Tod Organe für Transplantationen spenden wollten.
Das umstrittene Gesetz wurde am 13. Februar 2018 von der ersten Kammer des Parlaments mit knapper Mehrheit angenommen: 38 Abgeordnete stimmten dafür, 36 dagegen. Die Zweite Kammer hatte bereits im Herbst 2016 mit nur einer Stimme Mehrheit zugestimmt. Wann die Gesetzesänderung in Kraft tritt, entscheidet die Regierung in Den Haag.
Die Niederlande wollen so dem Mangel an Spenderorganen entgegenwirken. Bislang kamen dort nur 15 Spenderinnen und Spender auf eine Million Einwohner, Spanien ist weltweit das Land mit der höchsten Rate – dort kamen etwa 40 Spender auf eine Million Einwohner.
Mit 9,3 Spendern pro eine Million Einwohner rutschte die Bundesrepublik in Europa endgültig auf die untersten Tabellenränge; nur Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien haben noch weniger Spender. Die Zahl ist so niedrig, dass nun theoretisch sogar die Mitgliedschaft im Eurotransplant-Verbund zur Disposition steht. Denn dort geht man erst ab zehn Spendern pro Million Einwohner von einem "ernst zu nehmenden Organspendesystem" in einem Land aus.
Eine Widerspruchslösung wurde auch in Deutschland immer wieder diskutiert. Leider stehen unsere Abgeordneten im Bundestag dieser Möglichkeit mehrheitlich ablehnend gegenüber und, das darf nicht verschwiegen werden, auch unser Bundesverband setzt sich hierfür nicht ein, sondern möchte eine Erhöhung der Organspendezahlen mit einer besseren Organisation erreichen.

Januar 2018

Organspendezahlen auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren

Hierzu hat der Vorsitzende unseres Bundesverbandes, Peter Gilmer, kürzlich folgendes Rundschreiben verschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstandes, liebe Mitgliedsvereine,
die seit Inkraftsetzung des Transplantationsgesetzes vor 20 Jahren niedrigsten aktuellen Organtransplantationszahlen sind Anlass genug, um allen Beteiligten deutlich ins Gewissen zu reden. Die Gewinnung von Organen muss besser organisiert werden und dafür gilt es, unsere INITIATIVE Nierentransplantation so rasch wie möglich umzusetzen. Wir haben gemeinsam mit den anderen Gesellschaften im nephrologischen Bereich das Wichtigste in 5 Punkten zusammengefasst und daraus die zentralen Forderungen an unser Gesundheitssystem formuliert. Diese Ziele haben wir schon vor mehr als drei Jahren auf den Weg gebracht, weil wir unter den verschiedenen Gruppierungen von Transplantationsbetroffenen mit weitem Abstand die größte Gruppe in Deutschland sind (ca. 25.000 Nierentransplantierte und ca. 7.000 Nieren-Wartepatienten) und damit genau wissen „wo uns der Schuh drückt“. Es kommen viel zu wenig Nieren zur Transplantation und das muss besser organisiert werden. An der Bevölkerung liegt es nicht, denn mehr als die Hälfte stehen der Organspende positiv gegenüber – was bedeutet, dass die potentiell möglichen Organspenden, unter Berücksichtigung aller denkbaren Einschränkungen, nicht einmal annähernd erreicht werden.
Darum geht es und darum werden wir uns noch mehr kümmern.

Eine Pressemitteilung des Bundesverbandes der Organtransplantierten e.V. zu dieser Situation können Sie hier lesen.


November 2017

Operationen für den Profit?

Der Fernsehsender N 3 ist im Rahmen seiner Sendung „Markt“ am 6. November 2017 der Frage nachgegangen, ob Krankenhäuser zunehmend profitorientiert handeln und aus rein wirtschaftlichen Gründen operieren. Den Filmbeitrag sowie den dazu veröffentlichten Text können Sie sich ansehen, wenn Sie hier klicken.
Zwei ehemalige Professoren haben in einer selbst finanzierten Studie untersucht, warum die Patientenzahlen in Krankenhäusern ständig steigen, während sich die Aufenthaltsdauer der Patienten immer weiter verkürzt. Dafür interviewten sie 60 Ärzte und Geschäftsführer in zwölf Bundesländern.
Die Studie bestätigt, dass im Klinikalltag ein enormer ökonomischer Druck herrscht. Deshalb würden etwa Patienten im Krankenhaus aufgenommen, ohne dass es medizinisch notwendig sei. Außerdem würden Patienten nicht selten aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert.

Oktober 2017

1 Jahr Medikationsplan: Noch viele Unzulänglichkeiten

Gesetzlich versicherte Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel parallel anwenden, haben seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform durch ihren Arzt (wir berichteten, s. Beitrag unten). Die hkk Krankenkasse hat dazu eine Studie erstellt, an der 324 Personen aus dem Kreis ihrer Versicherten mit Anspruch auf einen Medikationsplan teilgenommen haben. Dabei hat sich u. a. Folgendes ergeben:

  • Nur 37,7 % haben einen Medikationsplan erhalten.
  • 25 %, die einen Medikationsplan erhalten haben, wurden gar nicht oder nur unzureichend über den Sinn des Plans aufgeklärt.
  • Fast 21 % waren weder über den Nutzen noch über die Einnahmemodalitäten der verordneten Medikamente informiert wurden.
  • 43 % wurden nicht darauf hingewiesen, den Plan auch zum Besuch anderer Ärzte mitzunehmen und ggf. ergänzen zu lassen.
  • 51,6 % wurden nicht gefragt, ob sie sich zusätzlich rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke gekauft hätten.
  • 32,5 %, die bei anderen Ärzten als dem Ersteller des Medikationsplans in Behandlung sind, wurden nicht nach dem Medikationsplan gefragt. Sofern der Medikationsplan bei diesen Arztkontakten überhaupt eine Rolle spielte, wurde dieser bei 14,3 % der befragten Patienten nicht ergänzt.

Oktober 2017

Entlassmanagement - weitere Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt

Die Krankenhäuser sind ab 1. Oktober 2017 verpflichtet, für Patienten nach voll- oder teilstationärem Aufenthalt oder nach Erhalt stationsäquivalenter Leistungen ein Entlassmanagement zu organisieren. Dazu gehört, dass sie feststellen, welche ambulanten Leistungen unmittelbar nach der Klinikentlassung erforderlich sind und diese einleiten. Etwas ausführlichere Informationen erhalten Sie auf der →Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Dort ist auch der Vertragstext als Grundlage des Entlassmanagements nachzulesen.


Oktober 2017

Neues zum Transplatationsregister

Über die Einrichtung eines Transplantationsregisters haben wir Sie bereits im Juli 2016 informiert (s. Beitrag ganz unten). In dem Register werden wichtige Daten der Organspender, Lebendspender, Wartepatienten und Organtransplantierten anonym gespeichert. Um Ihre medizinischen Daten für das Register weiterleiten zu dürfen, benötigen die Transplantationszentren Ihre ausdrückliche schriftliche Einverständniserklärung. Dazu erhalten Sie durch Ihr Transplantationszentrum eine "Patienteninformation zu Übermittlung transplantationsmedizinischer Daten" und die dazugehörige Einverständniserklärung. Eine kurze Information der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientenverbände können Sie →hier lesen


Juli 2017

Dialysezentren und -praxen in Hamburg und Umgebung

In der Juli-Ausgabe unseres Mitgliedermagazin "Info" ist eine große Übersichtstabelle über die Dialysepraxen und -zentren in Hamburg und der näheren Umgebung mit Stand vom Mai 2017 enthalten. Auf unserer Internetseite finden Sie diese Übersicht unter →Informationen/weitere Informationen/Dialyse.


 

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